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Seit 101 Jahren ist der Gasthof Andreas Hofer in Umhausen im Besitz der Familie Scharfetter. Im vergangenen Jahr feierte das Traditionshaus sein 100-jähriges Wirtshausjubiläum. Inhaberin Walpurga und ihre Schwester Gerda Scharfetter erzählen der RUNDSCHAU die Geschichte des Hauses unter den prächtigen Kastanienbäumen.

„1899 Forsthaus“ – so steht es in der alten Stube geschrieben. In der Geschichte weiter zurück wissen Walpurga und Gerda Scharfetter leider nichts mehr zu erzählen, denn ihre Geschichte, jene des 101-jährigen Familienbetriebs, beginnt im Jahr 1910…

„Notach“, so nennt man die Familie Scharfetter in Umhausen seit jeher. Um genau zu sein, reicht der Name bis ins Jahr 1910 zurück als Josef Natter aus Rietz das Gasthaus Andreas Hofer erwarb. Nach dem Tod Josefs nur fünf Jahre später, holte sich seine Frau Walpurga Kreizer ihre beiden Nichten Helene und Antonia Rissbacher aus Stumm im Zillertal zu Hilfe. Nach dem Tode ihrer Tante übernahm Helene den Betrieb. Bald lernte sie in Innsbruck ihren Mann Hans Scharfetter kennen und lieben. Aus dieser Ehe entstammen drei Söhne: Hermann (1922), Johann (1926) und Walter (1930). Hermann, der älteste der Brüder, war der Vater von Gerda und Walpurga Scharfetter.

Kriegs- und Nachkriegszeit

Hermann war knapp 18, als er seinen Einberufungsbefehl bekam. Er musste die Hotelfachschule in München abbrechen um in den Krieg zu ziehen. „Unser Vater erzählte uns oft und viel von dieser Zeit die er in Russland und Norwegen erlebte. Unvorstellbar was die Menschen zu dieser Zeit durchleben mussten.“ Als er nach Kriegsende nach Hause zurückkehrte, war sein Heim von Amerikanern besetzt. „Sie durften sich nur von sieben Uhr früh bis sieben Uhr abends im eigenen Haus aufhalten.“
Übernachten musste die Familie bei Nachbarn. „Unser Vater war bei der „Brunnelas Tona“ (Antonia Scheiber), eine herzensgute Frau, und seine Mutter bei den „Dellesn“ untergebracht. Nachdem die Amerikaner abgezogen waren und Hermanns Vater aus dem Krieg nach Hause kam, wurde der Betrieb sofort wieder aufgenommen. „Dies war die einzige Zeit in der das Gasthaus nicht in Betrieb war.“ Nachdem seine Frau starb, wurde der Betrieb an Hermann übergeben. „Sie starb 1952. Ich wünschte ich hätte sie gekannt. Der Vater und seine Brüder waren ihr immer sehr verbunden. Sie soll eine beeindruckende, starke Persönlichkeit gewesen sein,“ erzählt Gerda. „Vier Jahre später heiratete er unsere Mutter Anna Schlatter.“ In Umhausen wurde sie die „Notach Nandl“ genannt.
Es kamen Walpurga und Gerda zur Welt. Die beiden wuchsen mit dem Gasthaus auf und ihnen wurde früh die Wichtigkeit der Qualität gelehrt. „Aus etwas Schlechtem kann man nichts Gutes machen,“ wurde uns immer wieder eingeprägt. Und nach diesem Motto wird der Familienbetrieb heute noch strikt geführt. So wie ihr Vater der Mutter verbunden war, so verbunden waren die Schwestern ihren Eltern und vor allem dem Vater. „Wir sind stolz auf das, was er geleistet hat, auf seinen Fleiß und sein gutes Herz.“ Es war beispielsweise Mitbegründer der Schützengilde Umhausen und als es noch keinen Schießstand gab, stellte er einfach seinen Speisesaal zur Verfügung.

„Außerdem war ihm eine gute Ausbildung für uns Mädchen sehr wichtig.“ Gerda wurde eine engagierte, beliebte Geschichte- und Englisch Lehrerin und unterrichtet seit 30 Jahren an der Hauptschule Umhausen. Walpurga übernahm 1987 mit ihrem Mann Gotthard Praxmarer den Betrieb. Anna Scharfetter starb im Jahr 2001, Hermann im April 2008 und die Familiengeschichte geht nach 101 Jahren weiter. „Die Kastanienbäume vor dem Haus könnten weit mehr erzählen. Sie sind Teil des Hauses - Teil unseres Zuhauses.“